CBD Legalisierung in Thailand

Lesezeit: 5 Minuten (1072 Wörter)

Noch bis vor ein paar Jahren wusste kaum jemand, was CBD ist. Diese drei Buchstaben lösten bei den meisten Menschen lediglich Ratlosigkeit aus. Mittlerweile ist aber vielen bekannt, welche positive Wirkung CBD auf das Wohlbefinden haben kann. Das ist der Grund, warum auch immer mehr Menschen auf verschiedene CBD Produkte setzen. Ganz besonders beliebt ist das CBD Öl. Hierzulande ist CBD Öl absolut legal, solange der THC-Gehalt des Produkts unter 0,2 % liegt. Das ist für gewöhnlich bei den meisten CBD Produkten der Fall, die frei verkauft werden. Somit kann CBD Öl auch ganz legal eingenommen werden. Allerdings sind die Bestimmungen in jedem Land anders. Wer also sein CBD Öl auch auf Reisen mitnehmen möchte, sollte sich zuvor informieren, ob dies überhaupt erlaubt ist. In den meisten Ländern stellen CBD Öle mit diesem THC-Gehalt kein Problem dar, das gilt aber nicht für alle Länder. Besonders im asiatischen Raum ist Vorsicht geboten, dort herrscht für gewöhnlich in fast jedem Land eine sehr strenge Drogenpolitik. Thailand bricht nun mit damit und legalisiert Cannabis. Was dies für CBD Produkte bedeutet, erfahren Sie in unserem Beitrag.

Die Legalisierung von Cannabis in Thailand

Generell gilt Thailand als ein Land, das über eine harte Drogenpolitik verfügt. Umso erstaunlicher ist es, dass Thailand nun den Anbau und den Besitz von Cannabis legalisiert hat. Seit dem 9. Juni 2022 ist der Besitz und der Anbau von Cannabis also erlaubt, Thailand ändert somit als erstes Land Asiens seine Drogenpolitik. Ab diesem Zeitpunkt steht die gesamte Pflanze nicht mehr auf der Liste der Betäubungsmittel. Die Regierung des Landes geht aber noch einen Schritt weiter, denn sie unterstützt den Anbau der Pflanze sogar. An die rund 70 Millionen Einwohner des Landes verteilt die thailändische Regierung eine Million Cannabis Setzlinge. Damit soll versucht werden, den Tourismus anzukurbeln. Das Land setzt auf den sogenannten Medizintourismus.

Nach zwei Jahren Pandemie muss sich das Land Mühe geben, wieder Schwung in die Tourismusbranche zu bringen. Der Schritt, Cannabis zu legalisieren, ist zwar ein sehr ungewöhnlicher Schritt, der aber erfolgreich sein könnte.

Wer aber jetzt hofft, nach Thailand reisen und dort unbegrenzt Marihuana zu Rauschzwecken konsumieren zu können, der wird enttäuscht werden. Bei der Legalisierung von Cannabis in Thailand gibt es eine sehr wichtige Einschränkung: Cannabis, das zum Anbau zugelassen wird, darf nur einen maximalen THC-Gehalt von 0,2 % haben. Das bedeutet, Kiffen ist in Thailand nun erlaubt, aber nur aus medizinischen Gründen. Cannabis mit psychoaktivem THC bleibt auch weiterhin verboten.

Das Ziel der Regierung ist klar, Cannabis soll nur für Gesundheitszwecke und den industriellen Gebrauch angebaut werden. Wer jetzt in seinem Garten eine Cannabis-Pflanze züchten möchte, kann dies ganz legal machen. Beim Anbau für den Privatgebrauch ist es lediglich notwendig, den Anbau zu registrieren und zu unterschreiben, dass die Ernte ausschließlich für medizinische Zwecke verwendet wird. Dafür soll eine Registrierung per App ausreichend sein. Da der private Anbau aber wahrscheinlich nicht kontrolliert wird, ist davon auszugehen, dass auch viele Menschen in ihrem Garten Pflanzen mit einem höheren THC-Gehalt anbauen könnten. Wer Cannabis für kommerzielle Zwecke nutzen möchte, braucht dafür aber eine Genehmigung.

Was nicht erlaubt ist

Die Regierung von Thailand sprach aber auch gleich einige Warnungen aus. Demnach ist es so, dass das Rauchen von Cannabis in der Öffentlichkeit weiterhin als Belästigung angesehen werden kann. Wer erwischt wird, muss mit einer Geldstrafe von 25.000 Baht rechnen, das sind rund 730 Euro. Möglich ist auch eine Gefängnisstrafe von bis zu drei Monaten. Illegal bleiben auch Cannabis-Extrakte, die mehr als 0,2 % THC enthalten. Allerdings stellen sich viele die Frage, wie das Ganze kontrolliert werden soll. Problematisch ist derzeit noch, dass die Regeln nicht ganz eindeutig sind. Das bedeutet für Touristen, dass im Umgang mit Cannabis dort weiterhin Vorsicht geboten ist. Grundsätzlich ist es so, dass man keiner Cannabispflanze ansehen kann, wie viel THC in ihr enthalten ist. Nur die Prüfung in einem Labor kann darüber Aufschluss geben. Es scheint klar zu sein, dass dies in der Realität kaum umsetzbar ist.

CBD Legalisierung in Thailand

Durch die Legalisierung von Cannabis in Thailand stellt auch CBD kein Problem mehr für die Behörden des Landes dar. Voraussetzung ist aber immer, dass der THC-Gehalt in den Produkten die Grenze von 0,2 % nicht überschreitet. Erfüllt ein CBD Produkt diese Voraussetzung, kann es auch problemlos in Thailand konsumiert werden. Das bedeutet, es ist möglich, auch auf einer Reise nach Thailand CBD Öl oder CBD Kapseln mitzunehmen. Vor einer Reise nach Thailand ist es aber ratsam, ganz genau zu überprüfen, ob das gewählte Produkt wirklich die Voraussetzung erfüllt und der THC-Gehalt unter 0,2 % liegt. Seriöse Anbieter geben detailliert Auskunft darüber, was in ihren Produkten enthalten ist. Der Anteil in den meisten Produkten liegt deutlich unter 0,2 %.

Für die Regierung ist der geringe THC-Gehalt sehr wichtig, und das hat natürlich seinen Grund. Thailand möchte nicht, dass Cannabis mit einem hohen THC-Gehalt als Freizeitdroge etabliert wird. Das könnte zu großen Problemen führen, beispielsweise könnte der Straßenverkehr viel gefährlicher werden, wenn viele Verkehrsteilnehmer unter Drogeneinfluss fahren. Bei CBD Produkten mit einem THC-Gehalt von weniger als 0,2 % gibt es dieses Problem nicht, darum sieht die Regierung diese Produkte auch als unproblematisch an. CBD selbst hat keine psychoaktive Wirkung und kann somit auch keinen Rauschzustand hervorrufen.

CBD – ein Wirkstoff mit großem Potenzial

Dem Cannabinoid CBD, das aus der Hanfpflanze stammt, werden verschiedene Wirkungen zugeschrieben. Es kann eine schmerzlindernde Wirkung haben und Entzündungen hemmen. Weiterhin kann es auch bei Angstzuständen, Schlafstörungen und psychischen Beschwerden helfen. Bislang sind nur wenige dieser Wirkungen wissenschaftlich belegt, vielen Erfahrungsberichten von Anwendern ist aber zu entnehmen, dass CBD wirklich vielseitige Wirkungen haben kann. Auch die Wissenschaft ist der Meinung, dass CBD ein sehr großes Potenzial hat und unterstützend bei vielen Erkrankungen genutzt werden kann. Die Forschung in diesem Bereich läuft auf Hochtouren. Es ist durchaus möglich, dass in naher Zukunft weitere Wirkungen von CBD belegt werden können.

Die Legalisierung von Cannabis und CBD – ein wichtiger Schritt

Als erstes asiatisches Land hat Thailand nun Cannabis legalisiert, zumindest teilweise. Das ist ein wichtiger Schritt und macht den Weg für CBD auch in diesem Land frei. Ob die Vorgehensweise allerdings richtig ist, darf bezweifelt werden. Es sollte klar sein, dass es bei den meisten Privatpersonen sicher nicht beim Anbau von Hanfpflanzen, die weniger als 0,2 % THC enthalten, bleiben wird. Das ist kaum zu kontrollieren und kann dazu führen, dass der Anbau von psychoaktiven Hanfpflanzen überhandnimmt und die Regierung ihre Entscheidung noch einmal überdenkt. Schlimmstenfalls könnte es dann auch dazu kommen, dass CBD Produkte verboten werden. Bleibt abzuwarten, wie die Einwohner des Landes die Legalisierung aufnehmen und umsetzen.

Trustmark
4.82/5.00