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Hanfsamen und ihre Vorteile

Lesezeit: 8 Minuten (1555 Wörter)

Chiasamen, Gojibeeren, Açai-Beeren und Moringa – exotisch klingende Namen, die allgemein als sogenannte Superfoods angepriesen werden. Die meisten dieser Superfoods stammen aus weit entfernten Ländern, sind oft schwierig zu bekommen und dadurch sehr teuer. Da sie aber über viele gute Eigenschaften verfügen sollen, nehmen viele Verbraucher diese hohen Preise in Kauf. Aber muss das sein? Nein, denn es gibt auch jede Menge heimische Superfoods, für die nicht völlig überzogene Preise bezahlt werden müssen. Zu diesen heimischen Superfoods zählen Hanfsamen. Warum Hanfsamen so etwas Besonderes sind und welche Vorteile sie bieten, zeigt dieser Beitrag.

Was sind eigentlich Superfoods?

Es gibt keine konkrete Definition für diesen Begriff, auch eine bindende fachliche Definition wurde dafür nie festgelegt. Generell werden unter diesem Begriff Lebensmittel verstanden, die einen höheren gesundheitlichen Nutzen haben sollen. Grund dafür soll ihr Nährstoffgehalt sein, der dementsprechend höher ist als bei anderen Nahrungsmitteln. Es gibt viele Effekte und Wirkungen, die diese Superfoods haben sollen. Neben einer Anti-Aging-Wirkung und immunstärkenden Effekten sollen sie auch in der Lage sein, die Leistungsfähigkeit zu steigern und einigen Krankheiten vorzubeugen. Weiterhin sollen sie auch entzündungshemmend und antioxidativ wirken und den Körper entgiften können.

Superfoods sollen also viel besser für den Körper und die Gesundheit sein als andere Lebensmittel. Das Problem dabei ist nur, dass es für diese gesundheitsförderlichen Eigenschaften in den meisten Fällen keinerlei wissenschaftliche Belege gibt. Tatsache ist aber, dass viele dieser Superfoods einfach über eine sehr große Menge an Vitaminen, Mineralien, Proteinen oder Antioxidantien verfügen und dadurch tatsächlich gut für die Gesundheit sein können. Meistens handelt es sich bei diesen sehr nährstoffreichen Superfoods um exotische Früchte, Kräuter oder andere Gewächse. Es gibt aber auch solche Superfoods, die hierzulande angebaut werden. Dazu zählen Hanfsamen.

Was sind Hanfsamen?

Hanfsamen sind, wie es der Name bereits sagt, die Samen der Hanfpflanze. Da sie eigentlich zu den Nüssen gezählt werden, weisen sie auch einen leicht nussigen Geschmack auf. Die Hanfsamen können ganz einfach gegessen oder auch über Salate gegeben werden. Die meisten Menschen nutzen Hanfsamen allerdings in Form von Hanföl, das aus den Hanfsamen hergestellt wird. Die kleinen Samen werden schonend gepresst, um das Hanföl zu erhalten. Sehr beliebt ist aber auch Proteinpulver aus Hanfsamen.

Hanfsamen – nährstoffreich und voller guter Inhaltsstoffe

Hanfsamen sind besonders nährstoffreich und stecken voller guter Inhaltsstoffe.

Vitamine

Beispielsweise sind in Hanfsamen die Vitamine B1, B2 und E enthalten. Vitamin B2 ist wichtig, da es das Hormon Cortisol dabei unterstützt, Stress abzubauen. Vitamin E spielt unter anderem bei der Regeneration von Muskeln eine große Rolle.

Proteine

Hanfsamen enthalten auch sehr viele wertvolle Proteine. Diese Proteine bestehen aus Aminosäuren. Diese Aminosäuren benötigt der Körper, um körpereigene Proteine daraus zu bilden. Hanfsamen sind dafür besonders gut geeignet, denn sie enthalten alle essentiellen Aminosäuren. Diese kann der Körper nicht selbst herstellen, sie müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Die folgenden Aminosäuren sind unter anderem in Hanfsamen enthalten:

  • Alanin
  • Arginin
  • Asparaginsäure
  • Cystein
  • Glutamin
  • Isoleucin
  • Leucin
  • Lysin
  • Methionin
  • Phenylalanin
  • Tyrosin
  • Valin

Spurenelemente

In Hanfsamen sind zusätzlich auch wichtige Spurenelemente wie Magnesium, Calcium, Kalium und Eisen enthalten.

Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren

Eine besonders große Rolle spielen die mehrfach ungesättigten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Diese Fettsäuren kann der Körper ebenfalls nicht selbst herstellen, sie müssen auch über die Nahrung zugeführt werden. Das ist eigentlich nichts Besonderes, auch in anderen Lebensmitteln sind diese beiden Fettsäuren enthalten. Allerdings gibt es hier einen großen Unterschied. Damit der Körper diese mehrfach ungesättigten Fettsäuren optimal nutzen kann, müssen sie in einem bestimmten Verhältnis zueinanderstehen. Bei vielen Samen oder Ölen ist es so, dass zu viel Omega-6-Fettsäuren enthalten sind im Vergleich zu den Omega-3-Fettsäuren. Das für den menschlichen Organismus ideale Verhältnis zwischen Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren beträgt 1:3. In Hanfsamen liegt genau dieses ideale Verhältnis zwischen den beiden Fettsäuren vor. Das bedeutet, wer Hanfsamen zu sich nimmt, stellt seinem Körper die beiden wichtigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren im idealen Verhältnis zur Verfügung. Der Körper kann sie optimal nutzen.

Ballaststoffe

Zu all diesen guten Inhaltsstoffen gesellen sich auch noch viele Ballaststoffe. Diese sorgen für eine sättigende Wirkung.

Macht der Verzehr von Hanfsamen high?

Hanfsamen stammen von der Hanfpflanze ab. Das bedeutet aber nicht, dass sie eine berauschende Wirkung haben. Für gewöhnlich werden die Hanfsamen aus Hanfpflanzen gewonnen, die für den Anbau in der EU zugelassen sind. Diese enthalten sowieso nur einen sehr geringen Anteil an THC. Noch dazu befindet sich das THC nicht in den Samen der Pflanze, sondern in den Blüten. In den Hanfsamen ist für gewöhnlich kein THC enthalten, somit ist es auch nicht möglich, dass sie high machen.

Die Vorteile von Hanfsamen

Hanfsamen haben aufgrund der vielen enthaltenen guten Inhaltsstoffe sehr viele Vorteile für die Gesundheit. Es ist heute kaum noch möglich, mit den vorhandenen Lebensmitteln eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Aminosäuren, mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Spurenelementen zu erreichen. Lebensmittel, die reich an diesen Inhaltsstoffen sind, tragen ganz automatisch dazu bei, die Gesundheit zu erhalten. Hanfsamen sind eine sehr gute Eiweißquelle, die heute auch immer mehr Sportler für sich entdecken. Zudem schmecken Hanfsamen auch noch sehr gut.

Ihr Vorteil ist, dass sie auch bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten genutzt werden können. Hanfsamen enthalten weder Laktose noch Gluten. Bislang sind auch noch keine allergischen Reaktionen auf Hanfsamen bekannt.

Aufgrund der optimalen Zusammensetzung der Fettsäuren, die Hanfsamen bieten, sollen sie positive Effekte auf die Gefäße und den Cholesterinwert haben können.

Einfluss auf den Hormonhaushalt

In Hanfsamen ist auch die Gamma-Linolensäure enthalten. Dabei handelt es sich um eine dreifach ungesättigte Omega-6-Fettsäure, die nicht sehr häufig vorkommt. Sie trägt zum Ausgleich bei hormonellen Störungen bei und kann bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte oder Neurodermitis zur Linderung genutzt werden. Die Gamma-Linolensäure kann zudem das Hungergefühl positiv beeinflussen und dadurch eine Gewichtszunahme verhindern.

Durch ihren Einfluss auf den Hormonhaushalt können Hanfsamen auch zur Vorbeugung von Depressionen, Stimmungsschwankungen, PMS oder Ermüdungserscheinungen genutzt werden.

Gute Verdauung

Ballaststoffe sind wichtig für eine gute Verdauung. In Hanfsamen sind viele Ballaststoffe enthalten, sowohl lösliche als auch unlösliche. Das Verhältnis zwischen diesen beiden Arten liegt bei 1:4. Eine besonders große Rolle für die Verdauung spielen die unlöslichen Ballaststoffe. Sie sind zuständig dafür, dass der Darm ausreichend probiotisch besiedelt ist. Diese Ballaststoffe verhindern Durchfall und Verstopfungen und sorgen für einen guten Stuhlgang.

Guter Schlaf

Hanfsamen können auch zu einer guten Nachtruhe beitragen. Die in ihnen enthaltenen Mineralstoffe, so wie das Magnesium, können einen Einfluss haben auf die Hormonproduktion. Dadurch wird vermehrt Serotonin ausgeschüttet. Im Gehirn wird das Serotonin dann in Melatonin umgewandelt. Melatonin ist bekannt dafür, den Schlafrhythmus zu beeinflussen. Das bedeutet, dass Hanfsamen durchaus auch zu einem guten Schlaf beitragen können.

Vorbeugung von Diabetes

Die löslichen Ballaststoffe in den Hanfsamen sind in der Lage, die Aufnahme von Glucose zu verzögern. Dadurch kann verhindert werden, dass der Blutzuckerspiegel sprunghaft ansteigt und nicht zu viel Insulin vom Körper produziert wird. So kann das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, reduziert werden.

Reduzierung des Risikos von Herzerkrankungen

Herzkrankheiten sind weit verbreitet und weltweit derzeit die häufigste Todesursache. Der Verzehr von Hanfsamen könnte dazu beitragen, das Risiko für Herzerkrankungen zu verringern. In Hanfsamen sind große Mengen der Aminosäure Arginin enthalten. Diese wird vom Körper genutzt, um Stickstoffmonoxid herzustellen. Dieses Stickoxid ist ein Gasmolekül. Es erweitert und entspannt die Blutgefäße. Dadurch reduziert sich der Blutdruck und gleichzeitig auch das Risiko einer Herzerkrankung. In diesem Zusammenhang wurde bereits eine große Studie durchgeführt. Das Ergebnis zeigt, dass eine erhöhte Aufnahme von Arginin in Verbindung gebracht werden kann mit einem geringeren Anteil an CRP, einem C-reaktivem Protein. Bei CPR handelt es sich um einen entzündlichen Marker, dieser wird in Verbindung gebracht mit Herzerkrankungen.

Wenn es um Entzündungen geht, kommt auch die Gamma-Linolensäure ins Spiel. Diese wird ebenfalls mit einer verminderten Entzündung assoziiert, wodurch das Risiko von Herzerkrankungen ebenfalls verringert werden kann.

In Tierversuchsstudien konnte zudem gezeigt werden, dass Hanfsamen in der Lage sind, den Blutdruck zu senken.

Hanfsamen bei Hautkrankheiten

Es ist möglich, dass Fettsäuren einen Einfluss haben auf die Immunantwort im Körper. Das Gleichgewicht von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren kann dabei eine Rolle spielen. Aufgrund des optimalen Verhältnisses dieser beiden Fettsäuren in den Hanfsamen könnte deren Verzehr auch hilfreich sein bei Ekzemen, trockener Haut und Juckreiz.

Die Anwendung von Hanfsamen

Hanfsamen sind sehr lecker und können einfach so gegessen werden. Allerdings sollte darauf geachtet werden, nicht zu viel zu sich zu nehmen, da sie sehr viel Fett enthalten. Es handelt sich zwar um gesundes Fett, aber auch davon sollte nicht zu viel aufgenommen werden.

Hanfsamen können ganz einfach in Müsli oder Smoothies gegeben oder über den Salat gestreut werden. Es ist auch möglich, sie in Form von Hanfmehl zum Backen zu verwenden. Besonders einfach ist die Verwendung in Form von Hanföl. Allerdings ist Hanföl nicht zum Braten geeignet. Die Möglichkeiten, Hanfsamen zu nutzen, sind sehr vielfältig. Da sie einen sehr guten Geschmack aufweisen, ist es problemlos möglich, Hanfsamen in den täglichen Speiseplan zu integrieren.

Hanfsamen – kleine Körner, große Anzahl an Inhaltsstoffen

Sie sind wirklich sehr klein und absolut unscheinbar. Allein vom Aussehen her würde niemand darauf kommen, dass in Hanfsamen so viele gute Inhaltsstoffe stecken. Lange Zeit konnte niemand von diesen wertvollen Samen profitieren, da die Hanfpflanze allgemein nicht angebaut werden durfte. Erst in den letzten Jahren wurde es möglich, sowohl Hanfsamen als auch Extrakte aus der Hanfpflanze, beispielsweise CBD, frei kaufen zu können. Natürlich sind solche sogenannten Superfoods keine Wundermittelchen. Sie sorgen nicht von heute auf morgen für eine gute Gesundheit und werden auch keine Krankheiten heilen können. Dennoch können sie dazu beitragen, den Körper mit vielen wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Je nährstoffreicher ein Lebensmittel ist, desto besser wird der Körper damit versorgt. So tragen Hanfsamen dazu bei, dass verschiedene Mechanismen im Körper so ablaufen können, wie es vorgesehen ist. Indirekt können Hanfsamen so zur Balance im Körper beitragen und dadurch dabei helfen, Krankheiten zu verhindern und vielleicht auch Erkrankungen zu lindern. Daher können sie wirklich als Superfood bezeichnet werden.

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