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Subjektives Schmerzempfinden

Lesezeit: 7 Minuten (1394 Wörter)

Zwei Menschen, dieselbe Situation: Beim Zubereiten des Mittagessens rutscht das Messer an der Tomate ab und schneidet in den Finger. Während eine Person laut aufschreit, schon fast panisch reagiert und überlegt, ins Krankenhaus zu fahren, rutscht der anderen Person ein Schimpfwort heraus und sie macht sich auf die Suche nach einem Pflaster, um weiterzuarbeiten. Eine Wunde, zwei Reaktionen. Das zeigt, dass nicht alle Menschen auf denselben Schmerzreiz gleich reagieren. Die Wahrnehmung von Schmerzen ist sehr subjektiv. Es gibt viele Faktoren, die diese Wahrnehmung beeinflussen. Nicht nur die Genetik spielt dabei eine Rolle, sondern auch Emotionen und Kognition. In diesem Beitrag wird das subjektive Schmerzempfinden näher erläutert.

Faktoren für das Empfinden von akuten Schmerzen

Jeder Mensch empfindet akute Schmerzen anders. Die Stärke der Schmerzen bestimmt, wie stark der Schmerzreiz ist. Leider ist das aber nicht der einzige Faktor, der für die großen Unterschiede sorgt. Einer dieser Faktoren ist die genetische Grundausstattung. Hier ist beispielsweise die Verstoffwechselung von Neurotransmittern oder auch die Beschaffenheit des Gewebes wichtig. Einen Einfluss auf das Schmerzempfinden haben aber auch psychologische Faktoren, diese sollten auf keinen Fall unterschätzt werden. Die aktuelle Stimmung oder auch die Erwartungshaltung können dazu beitragen, Schmerzen stärker oder weniger stark wahrzunehmen. Das bedeutet, dass auch die Situation, in der sich eine Person gerade befindet, eine Rolle spielt.

Im Gegensatz zur allgemeinen Meinung ist es aber nicht so, dass das subjektive Schmerzempfinden von Frauen höher ist als das der Männer. Es gibt bei beiden Geschlechtern Menschen, die Schmerzen intensiver oder weniger intensiv wahrnehmen, Frauen sind nicht generell schmerzempfindlicher als Männer.

Eine noch relativ neue Erkenntnis ist, dass die Psyche ein entscheidender Faktor für das subjektive Schmerzempfinden ist. Je nach Situation kann die Psyche das Schmerzempfinden verstärken oder dämpfen. Zuvor waren Forscher davon ausgegangen, dass der Akutschmerz der Ausdruck einer organischen Schädigung ist. Das Ausmaß dieser Schädigung korreliert demnach mit der Stärke der Schmerzen. Das bedeutet, dass Rezeptoren Schmerzreize im Körper erfassen und an das Gehirn weiterleiten. Dadurch wird eine Reaktion ausgelöst. Mittlerweile ist aber bekannt, dass das System bei weitem komplexer ist. Es gibt viele Hirnareale, die beteiligt sind am subjektiven Schmerzempfinden.

Der Weg des subjektiven Schmerzempfindens

Aufgrund der neuen Erkenntnis, dass auch die Psyche beim subjektiven Schmerzempfinden eine Rolle spielt, sieht der Weg des Schmerzsignals, den die Wissenschaft zeichnet, anders aus als früher. Das bedeutet, das Schmerzsignal gelangt über das sogenannte Hinterhorn, das sich im Rückenmark befindet, bis in den Thalamus. Von dort aus geht es weiter in den somatosensorischen Cortex. Hier wird sowohl die Beschaffenheit als auch die Lokalisation des Schmerzes registriert. Gleichzeitig nehmen Strukturen des limbischen Systems eine emotionale Bewertung vor. Diese Bewertung wird dann an weitere Hirnareale weitergegeben. Besonders wichtig ist hier das sogenannte periaquäduktale Grau (PAG), das eine wesentliche Kontrollstation darstellt für die zentrale Schmerzhemmung. Von diesem Areal aus ziehen die Nervenfasern ins Hinterhorn. Es ist ihnen möglich, eine Modulation des aufsteigenden Schmerzsignals vorzunehmen. Diese Rückmeldungen können sowohl eine hemmende als auch eine verstärkende Wirkung haben.

Veränderung des Schmerzempfindens durch Emotionen

Über das limbische und auch noch weitere modulatorische Systeme wird die Schmerzwahrnehmung durch die Psyche beeinflusst. Wissenschaftler sind der Meinung, dass Emotionen dabei sehr wichtig sind. Das subjektive Schmerzempfinden wird durch eine schlechte Stimmung verstärkt, eine gute Stimmung kann es vermindern. Es ist sogar möglich, bildgebende Verfahren zu nutzen, um diese Reaktionen auch sichtbar zu machen. Es gibt viele Untersuchungen, die sich mit diesem Thema befassen. Bei diesen Untersuchungen war es möglich, durch für die Probanden unangenehme Gerüche oder Bilder Einfluss zu nehmen auf deren emotionalen Zustand. Schmerzen werden von den Probanden dann anders wahrgenommen. Dies ist bei den bildgebenden Verfahren deutlich sichtbar anhand der stattfindenden Hirnaktivitäten.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigen, dass die lange vorherrschende Meinung, dass Schmerz ausschließlich von biologischen Faktoren geprägt wird, nicht richtig ist. Sie unterstützen das sogenannte biopsychosoziale Schmerzmodell. Dieses Schmerzmodell besagt, dass Schmerz nicht nur von den biologischen Faktoren abhängt, sondern auch von psychischen und sozialen Faktoren, die damit zusammenhängen.

Eine gute Möglichkeit, das subjektive Schmerzempfinden positiv zu beeinflussen, ist Ablenkung. Bei Kindern funktioniert dies sehr gut. Alle Väter und Mutter haben bereits Situationen erlebt, in denen sich ihre Kinder wehgetan haben. Sei es auf dem Spielplatz, als das Kind von der Schaukel gefallen ist, oder im Kindergarten beim Spielen mit anderen Kindern. Selbstverständlich weinen die Kinder, da sie ja Schmerzen haben. Werden die Kinder aber abgelenkt, lassen die Schmerzen wie von Zauberhand nach. Das zeigt, dass nicht nur die Emotionen eine Rolle spielen, auch die Kognition, also die Erwartungshaltung und die Aufmerksamkeit, ist wichtig. Bei Erwachsenen ist ebenfalls zu beobachten, dass sie Schmerzen umso intensiver wahrnehmen, je mehr sie sich darauf konzentrieren. Die gute Nachricht: Die Ablenkung funktioniert nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen. Es gibt mittlerweile sogar Forschungen, bei denen erforscht wird, ob Ablenkung genutzt werden kann für die Therapie von postoperativen Schmerzen.

Untersuchungen zur Erwartungshaltung

Ein gutes Beispiel ist ein Aspekt, der in einer Arbeitsgruppe erforscht wurde. Es wurde eine Untersuchung durchgeführt, bei der 20 Probanden Laserimpulse auf zwei unterschiedliche Bereiche ihres Handrückens erhielten.1 Diese Impulse waren unterschiedlich stark, aber alle waren schmerzhaft. Die gleichen Reize wurden im Laufe der Untersuchung erneut gegeben, allerdings mit einem Unterschied: Auf beide Bereiche wurde eine Creme aufgetragen, von der die Probanden dachten, dass sie schmerzlindernd wirkt. Allerdings hatte diese Creme keinerlei pharmakologisch wirkenden Inhaltsstoffe. Dennoch waren die Probanden der Meinung, dass die Schmerzen an den Stellen, die eingecremt waren, signifikant schwächer gewesen seien als an den nicht eingecremten Stellen. Die schmerzlindernde Wirkung beruhte also auf ihrer eigenen Erwartungshaltung, es war ein Placebo-Effekt. Dieser konnte sogar im Gehirn sichtbar gemacht werden. Die Schmerzreize waren die gleichen, die Nervenzellen gaben allerdings beim zweiten Durchgang ein anderes Signalmuster weiter. Das zeigt, dass das menschliche Gehirn gleiche Schmerzreize unterschiedlich verarbeitet. Forscher sind der Meinung, dass diese Erwartungseffekte medizinisch genutzt werden können. Wird dem Patienten erklärt, dass das jeweilige Präparat funktioniert, kann es auch um einiges besser wirken.

CBD und das subjektive Schmerzempfinden

Im Laufe der letzten Jahre hat sich herausgestellt, dass das Schmerzempfinden sehr komplex sein kann. Das könnte der Grund dafür sein, dass derselbe Schmerz von unterschiedlichen Menschen verschieden stark wahrgenommen wird. Menschen, die den ganzen Tag viel zu tun haben und denen die Zeit fehlt, großartig über Schmerzen nachzudenken, empfinden diese oft weniger stark als Menschen, die den ganzen Tag auf der Couch sitzen und über ihre Schmerzen nachdenken können. Auch ein schlechter Gemütszustand kann dazu beitragen, das subjektive Schmerzempfinden zu verstärken. Da CBD eine schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben wird und es zudem zu einem guten Wohlbefinden beiträgt, stellt sich nun die Frage, ob CBD auch einen Einfluss auf das subjektive Schmerzempfinden haben kann. Es gibt zu diesem Thema bislang keine nennenswerten Studien.

Bei näherer Betrachtung der Zusammenhänge, die zum subjektiven Schmerzempfinden beitragen, ist es aber gut möglich, dass CBD einen positiven Einfluss haben kann. CBD kann das allgemeine Wohlbefinden steigern. Es ist in der Lage, die Stimmung zu heben und soll zudem Schmerzen reduzieren können. Durch die Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens und der Stimmung ist es also durchaus möglich, dass CBD dazu beitragen kann, das subjektive Schmerzempfinden zu verbessern. Dass Emotionen und Psyche einen Einfluss haben auf das subjektive Schmerzempfinden, konnte bereits gezeigt werden. Ablenkung ist eine gute Möglichkeit, das Schmerzempfinden zu reduzieren, gleichzeitig sollte aber auch die allgemeine Stimmung verbessert werden, dazu kann CBD beitragen. Somit hat CBD zwar keine wissenschaftlich belegte Wirkung auf das subjektive Schmerzempfinden, dennoch ist es möglich, dass es durch seine Effekte auf den Körper ein gutes Mittel ist, um dieses Empfinden zu vermindern und Schmerzen erträglicher zu machen.

Das subjektive Schmerzempfinden – absolut individuell

Wer gar kein Problem mit Schmerzen hat, kann sich heute glücklich schätzen. Allerdings sind es nur die wenigsten Menschen, die ein so geringes Schmerzempfinden haben. Bei den meisten Menschen sieht es aber anders aus. Besonders Menschen, die täglich unter chronischen Schmerzen leiden, sind oft nicht in der Lage, ihre Stimmung zu verbessern und somit einen positiven Einfluss zu nehmen auf ihr subjektives Schmerzempfinden. Häufig sorgen die ständigen Schmerzen dafür, dass Verzweiflung eintritt und mit der Zeit sogar Depressionen auftreten. Das trägt wiederum dazu bei, dass das subjektive Schmerzempfinden noch stärker wird. Der Ansatz vieler Forscher, Erwartungseffekte zu nutzen und in die Schmerztherapie einzubinden, ist sicher sehr hilfreich und könnte dazu beitragen, dass das subjektive Schmerzempfinden vieler Patienten herabgesetzt wird und sie in der Lage sind, besser mit chronischen, aber auch akuten Schmerzen umzugehen.

Quellen

1 Tiemann, Laura et al. “Differential neurophysiological correlates of bottom-up and top-down modulations of pain.” Pain vol. 156,2 (2015): 289-296.
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