THC und CBD – Die Unterschiede

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In der Hanfpflanze gibt es eine große Anzahl an Verbindungen, dabei handelt es sich um die sogenannten Cannabinoide. Mehr als 110 Cannabinoide konnten bislang identifiziert werden, es gibt aber noch viele weitere. Die bekanntesten Cannabinoide sind das Tetrahydrocannabinol, besser bekannt als THC, und das Cannabidiol (CBD). Von all den Cannabinoiden der Hanfpflanze sind diese beiden diejenigen, die im Fokus der Forscher und Wissenschaftler stehen. Besonders im medizinischen Bereich sind sie von Interesse. Obwohl es sich sowohl bei THC als auch bei CBD um Cannabinoide aus der Hanfpflanze handelt, haben sie nicht viele Gemeinsamkeiten, dafür aber einige Unterschiede zu bieten.

Die Herkunft von THC und CBD

THC und CBD werden als Cannabinoide bezeichnet. Es sind chemische Substanzen, die von der Hanfpflanze produziert werden, genauer gesagt von der Pflanze Cannabis sativa. Diese Pflanze ist sehr widerstandsfähig und vielfältig, zudem gibt es sie in vielen verschiedenen Sorten, Arten und Unterarten. Bestens bekannt sind hier Hanf und natürlich Marihuana. Es gibt zwar einige kleinere Unterschiede zwischen den Pflanzen, in ihrer Struktur unterscheiden sie sich aber nicht. Alle Cannabispflanzen produzieren mehr als 110 Cannabinoide, unter anderem THC und CBD, die in den höchsten Konzentrationen darin vorkommen. Aber auch Flavonoide und Terpene sind in der Pflanze enthalten. Das Hauptaugenmerk der Wissenschaft liegt aber auf THC und CBD.

THC und CBD – die Unterschiede auf einen Blick

Es gibt viele Unterschiede zwischen THC und CBD, die folgenden sind jedoch die wichtigsten:

THCCBD
Psychoaktive/berauschende WirkungNicht psychoaktiv, keine berauschende Wirkung
Unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz, nicht frei verkäuflich(Ausnahme: medizinisches Cannabis)Frei verkäuflich, kann legal gekauft und verwendet werden, wenn der THC-Grenzwert von 0,2 % nicht überschritten wird
Hat nach dem Konsum negative Effekte auf das Führen von Fahrzeugen und das Benutzen von MaschinenKeine Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit, auch Maschinen können bedient werden nach der Einnahme
Auf der Liste der verbotenen Substanzen der Welt-Anti-Doping-AgenturErlaubt von der Welt-Anti-Doping-Agentur

 

Was ist THC?

THC ist die Abkürzung für Tetrahydrocannabinol. Das THC ist die wichtigste Verbindung, die es in der Hanfpflanze gibt, sie liegt in der höchsten Konzentration von allen vor. Allerdings ist es nicht diese hohe Konzentration, für die THC bekannt ist, sondern eher ihr Potenzial als Droge. Das bedeutet, THC hat eine psychoaktive Wirkung. Wird THC konsumiert, interagiert es mit unterschiedlichen Regionen des Gehirns und löst so das bekannte High-Gefühl aus. Als Folge davon reagieren Menschen anders als gewohnt. THC beeinflusst die Art und Weise, wie Menschen denken und fühlen. Zwar werden THC auch einige medizinische Wirkungen zugeschrieben, jedoch steht die psychoaktive Wirkung dem Einsatz von THC in der Medizin oft im Wege. Bislang wird THC-reiches Cannabis lediglich in Ausnahmefällen verordnet.

Wirkungsweise von THC

Die Wirkungsweise von THC ist eigentlich recht einfach. Es dockt an Rezeptoren im Gehirn und Verdauungssystem an und verursacht daraufhin einige psychoaktive Nebenwirkungen. Neben einer Veränderung des Geisteszustands kommt es nach dem Konsum von THC auch zu einer verlangsamten Reaktionszeit, einer beeinträchtigen Koordination und einem höheren Appetit.

Was ist CBD?

Nach dem THC ist CBD die zweithäufigste Verbindung in der Hanfpflanze. Dennoch ist sie sehr wirksam, aber in einer anderen Weise als THC. CBD kann ganz besondere Effekte auf das Wohlbefinden haben, ist aber im Gegensatz zum THC nicht psychoaktiv. Es hat keinerlei berauschende Wirkung. Wer CBD einnimmt, braucht nicht zu befürchten, das bekannte High-Gefühl zu bekommen. Dafür soll CBD verschiedene biologische Prozesse unterstützen und unterschiedliche Wirkungen hervorrufen können. Wie genau CBD wirkt, konnten Forscher bislang noch nicht herausfinden. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass CBD mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System interagiert und so bestimmte Effekte auslösen kann.

Die Wirkungsweise von CBD

Die genaue Wirkungsweise von CBD ist noch nicht bekannt. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass CBD mit dem Endocannabinoid-System im Körper interagiert. Dieses steuert verschiedene wichtige Funktionen des Körpers. Indem CBD an die Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems andockt, kann es Effekte hervorrufen und so dazu beitragen, den Körper im Gleichgewicht zu halten. Unter anderem soll CBD einen Einfluss auf die Stimmung, den Schlaf, die Immunreaktion und den Appetit haben können.

Vor- und Nachteile von THC und CBD

Obwohl THC eine berauschende Wirkung hat, bietet es dennoch auch Vorteile. Und auch beim sehr verträglichen CBD gibt es ein paar kleine Nachteile. Beide Cannabinoide sind nicht perfekt, haben aber beide ihre Vor- und Nachteile.

Vorteile THC

THC ist das Cannabinoid, das bis heute am meisten erforscht wurde. Dabei wurde herausgefunden, dass es den Körper veranlasst, Dopamin auszuschütten, was wiederum zu dem bekannten Euphorie-Gefühl führt, das viele zu schätzen wissen. Allerdings bleibt es nicht bei einem leichten Euphorie-Gefühl, ganz im Gegenteil. Der Körper wird in einen Rauschzustand versetzt, der mehr oder weniger stark sein kann. Wie sich die dauerhafte Einnahme von THC auswirken kann, ist bei vielen Menschen zu beobachten, die von der Droge abhängig sind. Es gibt aber auch Erkrankungen, bei denen der gezielte, kontrollierte Einsatz von THC einen positiven Effekt bringen kann. In dem Fall wird THC therapeutisch eingesetzt, Ärzte können medizinisches Cannabis verschreiben. Allerdings müssen diese Erkrankungen dann wirklich schwerwiegend sein. Oft wird Cannabis verschrieben, wenn alle zur Verfügung stehenden Medikamente keinen Erfolg mehr bringen. Wer denkt, ganz einfach an Cannabis kommen zu können, indem beim Arzt um ein Rezept gebeten wird, der wird enttäuscht werden. Ärzte verschreiben Cannabis nicht leichtfertig, sondern nur in Ausnahmefällen. Bislang konnten schon Erfolge verzeichnet werden bei der Behandlung von Autoimmunkrankheiten, Schlafproblemen und zur Steigerung des Appetits. Zudem wurden auch bereits Patienten mit Bewegungsstörungen erfolgreich behandelt.

Nachteile THC

Der größte Nachteil von THC ist die psychoaktive Wirkung. Diese beeinträchtigt nicht nur die Sinneswahrnehmung, sondern auch das Zeitgefühl. Das ist aber leider nicht alles, es kann auch zu Gedächtnisproblemen kommen. Hier reicht die Spanne von einfachen Gedächtnislücken bis hin zu einem kompletten Gedächtnisverlust. Wird THC konsumiert, ist das oft auch äußerlich sichtbar, denn es verursacht gerötete Augen. Konsumenten leiden auch häufig unter einem trockenen Mund. Wird THC häufig oder sogar dauerhaft eingenommen, kann auch Lethargie auftreten. Zudem steigt das Suchtpotenzial. Zwar soll dieses bei THC nicht so hoch sein wie bei anderen Drogen, dennoch kann es in die Sucht führen. Der tägliche Konsum kann sogar zu Psychosen, Depressionen oder Paranoia führen. Daher darf der Konsum von THC auf keinen Fall bagatellisiert werden. Fakt ist, dass es sich bei THC um eine illegale Droge handelt, die in Deutschland weder gekauft noch verwendet werden darf.

Vorteile von CBD

Nach dem THC ist CBD das Cannabinoid, was bei den Forschern praktisch an zweiter Stelle steht, wenn es um die Priorität geht. Allerdings könnte es sein, dass CBD dem THC schon bald den Rang abläuft. Es ist bekannt, dass THC eine positive medizinische Wirkung haben kann, aber seine psychoaktive Wirkung ist ein wichtiges Argument gegen den Einsatz. Anders sieht es bei CBD aus. Es gibt einige Vorteile, die CBD zu bieten hat, die sogar mittlerweile bereits wissenschaftlich bestätigt werden konnten. Der größte Vorteil ist, dass CBD nicht psychoaktiv wirkt. Zudem trägt CBD zur Entspannung und somit auch zum Wohlbefinden bei. Es soll eine entzündungshemmende, beruhigende, schmerzstillende und angstlösende Wirkung haben. Zudem soll es bei der Rauchentwöhnung und beim Abnehmen helfen können. Weiterhin gibt es Hinweise darauf, dass CBD die psychoaktive Wirkung von THC reduzieren könnte. Ein weiterer Vorteil ist, dass bis heute keine Nebenwirkungen von CBD bekannt sind.

Nachteile CBD

CBD hat so gut wie keine Nachteile. Das ist der Grund, warum es für die Forscher so interessant ist. CBD hat keine psychoaktive Wirkung und ruft keinen Rauschzustand hervor. Zwar gibt es Nutzer, die über Schläfrigkeit oder einen trockenen Mund berichten, dabei handelt es sich aber nicht um Nebenwirkungen. Häufig wird eine solche Reaktion hervorgerufen durch eine übermäßige Einnahme von CBD. Generell kann es zu Beginn der Einnahme auch zu Unregelmäßigkeiten bei der Verdauung kommen, die sich aber für gewöhnlich mit der Zeit legen. CBD ist ein natürliches Mittel, der Körper muss sich erst langsam daran gewöhnen. Bislang konnten jedoch keine dauerhaften Nachteile gefunden werden, eine negative Wirkung auf die Gesundheit ist für gewöhnlich nicht zu erwarten.

Der rechtliche Status von CBD und THC

Die Legalität ist ein großer Unterschied bei den beiden Cannabinoiden. Während THC auch weiterhin unter das Betäubungsmittelgesetz fällt und somit weder gekauft noch verwendet werden darf, ist CBD frei verkäuflich und kann legal eingenommen werden. Allerdings gibt es dafür eine wichtige Voraussetzung: Der Gehalt an THC im CBD Produkt darf den Grenzwert von 0,2 % nicht überschreiten. Da aber für die Herstellung von CBD Produkten ganz spezieller Hanf zum Einsatz kommt, der nur über einen sehr geringen THC-Gehalt verfügt, ist in den meisten Produkten weitaus weniger als 0,2 % THC enthalten. CBD Isolate sind sogar vollkommen frei von THC.

Es gibt aber eine Ausnahme, die den Konsum von THC legalisiert. Im Jahr 2017 wurde erlaubt, THC-reiches Cannabis für die medizinisch-therapeutische Behandlung von Erkrankungen zu nutzen. Das Cannabis für die Verwendung wird in Europa unter strengsten Auflagen angebaut. Es ist verschreibungspflichtig und wird nur nach vielen Untersuchungen und ernsten Überlegungen von geschulten Ärzten verschrieben. Die Einnahme von ärztlich verschriebenem THC ist in dem Fall legal.

THC und CBD – Teil des Entourage-Effekts

Auch wenn THC mehr Nachteile als Vorteile zu haben scheint, kann es durchaus sinnvoll sein, CBD und THC zu kombinieren, um den sogenannten Entourage-Effekt zu erzielen. Dafür sind aber nicht nur THC und CBD notwendig, sondern auch weitere Cannabinoide und Wirkstoffe, beispielsweise Terpene und Flavonoide. Forscher konnten herausfinden, dass sich die einzelnen Bestandteile einer Pflanze in ihrer Wirkung gegenseitig unterstützen können. Dementsprechend haben sie eine bessere Wirkung, wenn sie zusammen eingesetzt werden, statt jedes für sich. Zwar hat jedes Cannabinoid für sich bereits eine gute Wirkung, das bestmögliche Potenzial wird aber nur dann erreicht, wenn verschiedene Bestandteile der Hanfpflanze zusammenwirken. Beispielsweise wird angenommen, dass CBD die bewusstseinsverändernde Wirkung von THC hemmen kann, wenn beide Cannabinoide gleichzeitig eingenommen werden. Vollspektrum-Produkte sind die beste Möglichkeit, von diesem Entourage-Effekt zu profitieren. In ihnen ist nicht nur ein einzelnes Cannabinoid enthalten, sondern eine Mischung aus Cannabinoiden, Terpenen und Flavonoiden. Der THC-Anteil liegt in diesen Produkten aber dennoch auch unter 0,2 %.

CBD und THC – verschiedene Arten der Einnahme

THC wird für gewöhnlich geraucht. Das ist die Art, in der die meisten Konsumenten THC zu sich nehmen. CBD steht dagegen in unterschiedlichen Varianten zur Verfügung. Die meisten Anwender entscheiden sich für CBD Öl, weil es sich gut dosieren lässt. Aber auch Kapseln oder andere Produkte wie Kaugummi sind sehr beliebt. CBD gibt es auch als Liquid, dieses kann in einem speziellen Vaporizer ebenfalls geraucht bzw. verdampft werden.

Zwei Cannabinoide aus derselben Pflanze – viele Unterschiede

Obwohl CBD und THC aus derselben Pflanze stammen und der gleichen Art angehören, weisen sie große Unterschiede auf. Die psychoaktive Wirkung des THCs ist zwar für viele sehr positiv, die das Cannabinoid als Droge nutzen, um einen Rausch zu bekommen, viele andere würden aber auch gerne von den positiven medizinischen Wirkungen von THC profitieren, möchten aber auf keinen Fall einen Rauschzustand erleben. CBD hat zwar nicht dieselben medizinischen Wirkungen wie das THC, dennoch bietet es sehr viele positive Effekte für das Wohlbefinden, ohne Nebenwirkungen und ohne berauschende Wirkung. Die Unterschiede zwischen beiden Cannabinoiden sind groß, dennoch können sie auch zusammenwirken. Beide Wirkstoffe werden auch in Zukunft eine große Rolle in der Forschung spielen.

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